Nachhaltigkeitsleitfaden HH
4.3 Lebensmittel – PDF-Seite 164
Lebensmittel und Kantinen- sowie Cateringleistungen
72 – Anhang I
4.3.3 Vorgaben für die Zuschlagskriterien
dem üblichen Marktpreis88 liegt oder es muss zusätz lich zu dem üblichen Marktpreis eine Geldprämie (gleich welcher Höhe) gezahlt werden.
1Hamburg ist seit 2016 Mitglied des Netzwerkes Bio-Städte.2Für die Vorgabe von Zuschlagskriterien ist deshalb insbesondere der Anteil an Biolebensmitteln mit einer entsprechenden Auszeich nung gemäß Öko-Basisverordnung (VO (EU) 2018/848)89 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen als Bioqualität he ranzuziehen.
1Der Fairtrade-Mindestpreis soll die durchschnittlichen Produk tionskosten für eine nachhaltige Produktion decken.2Liegt der jeweilige (Welt)Marktpreis darüber, muss der höhere Marktpreis bezahlt werden.3Der Mindestpreis gilt für alle Produktgruppen außer für Blumen und Pflanzen, Zucker sowie manche Tee- und Gewürzsorten.4Für diese Produktgruppen ist es praktisch unmög lich, einen Mindestpreis zu berechnen, der die Produktionskosten für alle Produzentenorganisationen in allen Ländern weltweit abdeckt.5Unterschiedliche Sorten und Qualitäten erschweren ebenfalls die Berechnung eines einheitlichen Mindestpreises.6Nicht zuletzt ist ein Mindestpreis in manchen Staaten gesetzlich nicht erlaubt.7Der Verzicht auf einen Mindestpreis dient letztendlich dazu, dass möglichst viele Produzentinnen und Produzenten am Fairtrade-System teilnehmen können.
Die folgenden Vorgaben für Zuschlagskriterien sind verbindlich bei Aufträgen mit Auftragswerten über 100.000 EUR und Rahmen verträgen unabhängig vom Auftragswert in die Vergabeunterla gen zu übernehmen und mit mindestens 10 bis 20 Prozent oder höher bei der Wertung zu gewichten.
Bei Angebotsabgabe erklärt der Bieter in einer Eigenerklärung den Anteil der eingesetzten Produkte (gemessen am monetären Wert) aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA), die die Bedin gungen der Öko-Basisverordnung (VO (EU) 2018/848)90 erfüllen.
Gebote mit einem Bioanteil von 90 bis 100 Prozent erhalten die volle Punktzahl für das Kriterium Bioqualität.
Die einzelnen Prozentwerte der Bioqualität gehen nach einer Ver hältnisgewichtung in die Bewertung des Kriteriums Bioqualität ein.
188 Der übliche Marktpreis ist der Preis, der sich auf dem freien Markt (ohne faire Standards) für gleichwertige Produkte zum Zeitpunkt der Vergabeentscheidung durchsetzt.289 Verordnung (EU) 2018/848 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2018 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeug nissen sowie zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates.390 ebd.