Nachhaltigkeitsleitfaden HH
5.1 Ökologische und soziale Herausforderungen – PDF-Seite 171
Textilien und Schuhe
79 – Anhang I
1verbleiben und so bis zu den Endverbraucher:innen gelangen.2Wei tere problematische Umweltauswirkungen treten bei einer nicht sachgerechten Entsorgung auf.3Dieses Problem entsteht derzeit insbesondere beim Export von als Secondhandwaren deklarierten Alttextilien in Staaten ohne geordnete Entsorgungsstrukturen und stellt die betreffenden Regionen vor große Herausforderungen.
Die vorstehend anhand der textilen Produktionskette bzw. des Lebenszyklus von Textilien beschriebenen ökologischen und so zialen Probleme lassen sich weitestgehend direkt auch auf den Bereich der Schuhe übertragen.
1Im Folgenden werden Aspekte angeführt, die generell im Beschaf fungskontext wichtig sind, um den vorstehend beschriebenen Herausforderungen Rechnung zu tragen.2Anschließend folgen dann für die einzelnen Produkte und Dienstleistungen dieser Warengruppe verbindliche und operationalisierte Vorgaben für konkrete Ausschreibungen.
1Aus einer sozialen Perspektive werden sowohl bei der Rohfa sergewinnung als auch bei den weiteren Herstellungsprozessen immer wieder gravierende Verstöße gegen individuelle und kol lektive Arbeitnehmer:innenrechte bekannt.2Konkret bedeutet dies unter anderem die Zahlung von zu geringen Löhnen, die nicht ausreichen, um den notwendigen Lebensunterhalt zu bestreiten oder sogar vorgeschriebene Mindestlöhne unterschreiten sowie überlange Arbeitszeiten, Zwangsarbeit, Frauendiskriminierung, ausbeuterische Kinderarbeit und mangelhafter Arbeitsschutz.3Letzteres vor allem bedingt durch unzureichende Sicherungs vorkehrungen in den Produktionsanlagen.4Nachweislich bekannt ist auch, dass teilweise die Vereinigungsfreiheit und kollektive Handlungen beschränkt oder verboten werden99.
Ökologische Aspekte bei der Beschaffung
• Reduktion der Umweltbelastung aus dem Anbau biogener Faserrohstoffe, unter anderem durch
• den Einkauf von Produkten, die aus (nachweislich) nach haltigen Anbaubedingungen stammen.
• Reduktion der Freisetzung von Chemikalien mit (umwelt-) gefährlichen Eigenschaften, unter anderem durch
• Verminderung des Chemikalieneinsatzes, sowie Substi tution der gefährlichen Chemikalien durch weniger ge fährliche Alternativen,
Die hier skizzierten Herausforderungen werden dadurch noch deutlich verschärft, dass sich für Textilien und Schuhe recht kurzlebige Nutzungsmodelle etabliert haben100.
199 Nach „Leitfaden der Bundesregierung für eine nachhaltige Textilbeschaffung der Bundesverwaltung“; BMZ & UBA, 2023, https://www.bmz.de/resource/blob/147140/leitfaden-nachhaltige-textilbe schaffung.pdf.2100 Diese werden vielfach unter dem Schlagwort „Fast Fashion“ oder „Ultra Fast Fashion“ subsummiert.