Nachhaltigkeitsleitfaden HH
5.2 Einhaltung fairer Lebens- und Handelsbedingungen – PDF-Seite 74
74 – Anforderungen an die soziale Nachhaltigkeit
1• Konzept zu menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten: Das Unternehmen erstellt zu Beginn des Auftrags eine Risiko analyse seiner Lieferkette für die Produkte des Auftrags.2Darauf aufbauend entwickelt es einen Maßnahmenplan zur Vorbeugung von Risiken zu Menschenrechts- oder Umwelt rechtsverletzungen in der Lieferkette.
die Grundlagen des Fairen Handels im Sinne der World Fair Trade Organization (WFTO) beachten.
2. Außerdem kann der Auftraggeber im Rahmen seines Leistungsbestimmungsrechts bei der Definition des Auftragsgegenstandes auf Produkte zurückgreifen, die bereits durch eine unabhängige Zertifizierungsor ganisation auf die Einhaltung sozialer Kriterien geprüft wurden (beispielsweise Fairtrade-Produkte).
• Sozialaudits: Das Unternehmen lässt im Verlauf des Auf trags Sozialaudits durch unabhängige Dritte, bezogen auf die Produkte des Auftrages, durchführen und beendet bei Verstößen die bestehende Lieferstruktur und/oder führt Maßnahmen zur Verbesserung und Wiedergutmachung durch.
1Derartige Anforderungen können allerdings jeweils nur mit Blick auf die einzelnen zu beschaffenden Warengruppen konkret und sachgerecht ausformuliert werden.2Konkrete Hinweise dazu fin den sich auch im Anhang I dieses Leitfadens zu den Waren- und Dienstleistungsgruppen.
• Transparenz: Das beauftragte Unternehmen legt die Lie ferkette eines oder mehrerer Produkte offen.
1Diese Anforderungen sind unter anderem auch Gegenstand der Sorgfaltspflichten aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.2Dieses Gesetz verpflichtet deutsche Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden zur Durchführung der vorstehend skizzierten Untersuchungen dazu, auf die Beseitigung der so bekannt ge wordenen Probleme hinzuwirken.3Sind Unternehmen dieser Grö ßenklasse als Herstellende oder Bietende beteiligt am konkreten Beschaffungsvorgang, so kann eine transparente Dokumentation der identifizierten Schwachstellen und der ergriffenen Korrek turmaßnahmen in den Lieferketten für die jeweiligen Produkte eingefordert werden.
1Auch die Ausgestaltung von Ausschreibungen berührt einzelne Kriterien des fairen Handels.2So kann der Zugang kleinerer Produ zent:innen zum Beispiel durch die Aufteilung in Lose erleichtert werden.3Bei beschränkten Ausschreibungen ohne Teilnahme wettbewerb kann direkt auf fair produzierende Unternehmen fokussiert werden.
1Bei mehrjährigen Rahmenvereinbarungen mit großem Volumen können in den Ausführungsbedingungen auch weitere Maßnah men, zum Beispiel zu menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in der Lieferkette, eingefordert werden.2Diese können die nachfol genden Aspekte betreffen: